
Moin und guten Morgen, liebe News-Crew,
Der Fall um Christian Ulmen. Ich glaube, wir alle hatten diese Woche kollektiv ein Gefühl der Ohnmacht, Verzweiflung und Solidarität mit Collien Fernandes. So häufig hörte ich die Frage: “Wenn er das kann – können es dann nicht doch alle sein?”
Er, der nach außen das Bild des „Vorzeige-Feministen“ propagierte, der in Interviews Sätze sagte wie: „Ich sehe mich komplett als den Typ Mann, den sich der Feminismus immer gewünscht hat.“
Der Mann also, der sich selbstverständlich ums gemeinsame Kind kümmert, wenn seine Frau arbeitet – soll das komplette Gegenteil sein: ein Frauenhasser, ein Mann, der seine Partnerin als Besitz begreift und sich daran aufgegeilt haben soll, sie zu erniedrigen.
Die Solidarität mit Collien Fernandes ist riesig: In Berlin fand bereits eine Demo gegen sexualisierte digitale Gewalt statt, gestern gingen Tausende auch in Hamburg auf die Straße. Auch Fernandes wollte teilnehmen, musste aber wegen „ernsthafter Sicherheitsbedenken aufgrund von Morddrohungen“ absagen. Auf Instagram schrieb sie dazu: „Ist das eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen Frauen künftig den Mut haben aufzubegehren, wenn das eure Antwort ist?“
Das macht einmal mehr deutlich, um was es geht: Frauen, die von Männern zu Opfern gemacht werden – und es schaffen, sich dagegen zu wehren, setzen sich dann wieder einer Gefahr aus.
Das Thema „Gewalt gegen Frauen“ war am Mittwoch auch Thema bei der Fragerunde des Kanzlers im Bundestag. Friedrich Merz stellte fest: „Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft, und zwar im analogen wie im digitalen Raum.“ Dagegen müsse man etwas tun. Doch dann sagte er etwas, was viele Abgeordnete – und viele Frauen – wieder erzürnte. Einen der Hauptgründe für den Gewaltanstieg sieht der Kanzler in der Zuwanderung nach Deutschland. „Dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt.“
Journalistin Jagoda Marinić schreibt dazu: „Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, es gibt Frauenrechte als Thema, ohne über Zuwanderung zu reden“, und weiter: „Das Thema Kriminalität von Ausländern ist in diesen Wochen politisch ein Weg, der Frauen leider zum Spielball macht und sie in einem Moment größter Verletzlichkeit missbraucht, um eine andere Agenda zu nutzen.“
Puh. Es ist alles ziemlich mühselig und frustrierend. Frauen sprechen. Sie machen Fälle öffentlich. Sie gehen auf die Straße. Und was passiert?
Sie werden bedroht. Und die Debatte wird verschoben.
Denn die Realität bleibt: Alle zwei bis drei Tage tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin.
Was fehlt, sind Männer, die sich klar an ihre Seite stellen. Die nicht relativieren, nicht ablenken, sondern benennen, worum es geht.
Genau das müsste selbstverständlich sein, besonders für diejenigen, die politische Verantwortung tragen. Und genau das darf man von einem Kanzler erwarten.
So, wir schauen jetzt auf weitere Themen!
Ich sage Kaffee in die Hand – und auf geht’s.
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Herzlichst aus Hamburg,
Elisabeth
EFMR vom 27. März 2026
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