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Elisabeth Koblitz

Ellis Saturday-Morning-Report Vol. 4

Ellis Saturday-Morning Report Vol. 4

Guten Morgen, liebe News-Crew!

Herzlich willkommen in der vierten Ausgabe von "Ellis Saturday Morning Report". Hier kommt meine Zusammenfassung für dich, was in der Welt der Nachrichten diese Woche so los war!

Als ich frisch Mutter wurde, zählte und feierten wir jede Woche, die das Kleine älter wurde: "Heute ist sie schon vier Wochen alt", schrieb ich dann in die WhatsApp-Familiengruppe. Das NEWSiversum ist ja auch irgendwie mein Baby – und ähnlich aufregend und neu fühlt sich der Alltag für mich hier an. 😉

Heute ist also nicht nur Samstag – und somit "Ellis Saturday Morning Report"-Zeit, sondern auch der 1. Juli. Und das bedeutet: Heute vor einem Monat sind wir mit unserem NEWSiversum gestartet! Ein kleiner Meilenstein.

Wir ruckeln uns hier so langsam zurecht, an der einen Ecke haut es technisch noch nicht hin, an der anderen Ecke muss ich noch meinen neuen Redaktionsalltag anpassen – und gleichzeitig basteln mein Team und ich schon an neuen Ideen. Denn das NEWSiversum soll noch größer und abwechslungsreicher werden. Ich bedanke mich an dieser Stelle vor allem bei Euch, für Euren Support, Euer Verständnis und Euer “Mitmachen”. 

Dieses NEWSiversum soll eine Plattform werden, die ihr mitgestalten könnt. Deshalb: Schreibt mir gern Euer Feedback und Eure Ideen für Themen, Rubriken oder die Community an office@newsiversum.com

Ein paar von Euch haben gefragt, wo sie denn die Story über den Aufstand der Söldnergruppe "Wagner" in Russland am vergangenen Wochenende auf meinem Instagram-Kanal finden. Ich habe die Zusammenfassung auf meinem Profil in einem sogenannten "Highlight" angelegt. Dort kann man Instagram-Stories abspeichern, sodass sie für die Follower auch nach 24 Stunden sichtbar sind.

Hier ist ein Foto für Euch:

Nun wünsche ich Euch viel Freude beim Rückblick auf eine wieder mal ereignisreiche Woche.

Du möchtest den Newsletter lieber als Podcast anhören? Das kannst Du hier tun:

Das war diese Woche wichtig:

1. Frankreich: Proteste und Krawalle nach Tod eines 17-Jährigen

Seit Dienstag kommt es im Großraum Paris und weiteren französischen Städten nach tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen 17-jährigen Jugendlichen nordafrikanischer Abstammung zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstrierenden. Die Krawalle breiten sich inzwischen bis nach Belgien aus. Auch in Brüssel hat es in der Nacht auf Freitag Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Jugendlichen gegeben.

Im Pariser Vorort Nanterre, wo sich der Vorfall ereignete, kam es bereits in der vierten Nacht in Folge zu Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften. Der französische Innenminister hatte in der Nacht zum Freitag 40.000 Polizeibeamte mobilisiert, um vor allem die Lage in den Pariser Vororten zu beruhigen. 

Doch, was war am Dienstagmorgen eigentlich passiert?

Der 17-jährige Nahel wurde am Steuer eines Autos von einer Motorradstreife angehalten, fährt dann aber plötzlich wieder los, woraufhin ihm einer der Beamten in die Brust schießt. Der junge Mann stirbt kurz darauf. Der Beamte hat ausgesagt, dass das Auto sehr schnell auf einer Busspur gefahren sei – und zu nah an Fußgängern und Radfahrern. Deshalb habe man das Auto aufhalten wollen. Dies sei zunächst nicht gelungen, bis es im Verkehr stecken geblieben sei und die Polizeistreife das Auto anhalten konnte. 

Als der Fahrer dabei plötzlich Gas gab, habe der Polizist eine erneute Flucht vermeiden wollen und mit seiner schon vorher auf das Fahrerfenster gerichteten Waffe auf den Jungen geschossen.  Der Polizist sagte, er habe in Notwehr gehandelt. Mittlerweile kursieren im Internet mehrere Videos von dem Vorfall, die von mehreren Medien verifiziert, also als echt eingestuft wurden.  Dort ist eindeutig zu sehen, wie der Polizist mit seiner Waffe auf den Fahrer zielt und aus nächster Nähe schießt. In einem Video ist der Satz zu hören: “Du kriegst eine Kugel in den Kopf.” Wer diesen Satz sagt, wird aktuell noch untersucht. Auch lässt sich in den Aufnahmen erkennen, dass die gesamte Situation ruhig war und der Polizist zu keiner Zeit in Gefahr war oder bedroht wurde.

Der Polizist wurde festgenommen, gegen ihn wird wegen “vorsätzlicher Tötung” ermittelt. Die Staatsanwaltschaft teilte inzwischen bereits Erkenntnisse der ersten Untersuchungen mit: Der Einsatz der Waffe des Polizisten sei nicht gerechtfertigt gewesen. 

Die Empörung im Land über den Vorfall ist groß, vor allem weil es nicht der erste Fall dieser Art ist. Allein im vergangenen Jahr 2022  starben 13 Menschen bei Verkehrskontrollen. Die Mehrheit von ihnen waren Personen mit Migrationshintergrund. Tragödien dieser Art passieren vor allem in den Vororten von Paris, die als konfliktreich und gewaltreich gelten; besonders unter Jugendlichen. Bisherige Versuche, in den Vororten bessere Lebensverhältnisse zu schaffen, sind größtenteils gescheitert.

Frankreich hat ein strukturelles Problem mit Polizeigewalt, sagen Expert:innen. Immer wieder kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen bei Demonstrationen zwischen Protestierenden und Polizei. Auf Druck der Polizeiverbände wurden 2017 nach mehreren Übergriffen auf Polizisten die Regeln für den Schusswaffengebrauch der Sicherheitskräfte gelockert. Außerdem sei die Polizei zunehmend überfordert. Die Frankreich-Korrespondentin Christiane Kess äußerte sich dazu im Deutschlandfunk und sagte, dass sich Polizisten durch die vielen Einsätze erschöpft und überfordert fühlen.

In Frankreich kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu teilweise heftigen Demonstrationen gegen die Rentenreform. Die Beamten fühlten sich auch von Seiten der Politik nicht ausreichend geschützt. Zudem fehlt es an Personal und es mangelt an Ausrüstung.

2. "Grausam und entwürdigend": US- Gefangenenlager Guantanamo

Seit 20 Jahren gibt es das berüchtigte  US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba. Es wurde unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush  nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 errichtet.  Dies war der Ort für „die Schlimmsten der Schlimmen“, wie der damalige amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte. Inzwischen ist „Guantanamo“ zum Symbol für Willkür, Folter und Menschenrechtsverletzungen geworden. Die Berichte über systematische Folter, wie z.B. durch das grausame Waterboarding – also den simulierten Tod durch Ertrinken – führten international zu scharfer Kritik und zur Forderung nach Schließung des Lagers. Diese Art der Folter bezeichneten die USA dagegen ziemlich vage und ziemlich verharmlosend als “erweiterte Verhörmethoden”. 

Zwischenzeitlich waren dort fast 800 Gefangene inhaftiert, aktuell sind dort noch 30 Menschen in Haft. 

Ni Aoláin, Sonderberichterstatterin der UN für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten bei der Terrorismusbekämpfung, besuchte im Februar Guantanamo – und konnte sich dort ungehindert ein Bild von der Lage der Gefangenen machen.

Diese Woche legte sie ihren Bericht vor. Darin kommt sie zu dem Schluss: Die Behandlung der verbliebenen Insassen sei nach wie vor grausam, unmenschlich und herabwürdigend.

„Ich habe beobachtet, dass nach zwei Jahrzehnten der Haft das Leid der Inhaftierten tief und anhaltend ist.“

Die Vorwürfe der UN-Sonderbeauftragten sind u.a. eine nahezu konstante Überwachung der Gefangenen oder die Praxis, sie auf unrechtmäßige Weise zu fixieren. Zwar sehe sie „bedeutende Verbesserungen“ im Vergleich zu früheren Zustandsberichten, dennoch forderte sie die US-Regierung auf, das Lager zu schließen.

Die Schließung von Guantanamo war eines der Ziele von Joe Biden, doch das wird, wie auch schon unter US-Präsident Obama, von den Republikanern derzeit fast unmöglich gemacht. 

Der US-Kongress hat jüngst die gesetzliche Vorgabe erneuert, wonach die Regierung kein Geld für die Überstellung von Gefangenen ausgeben darf. 

Das gilt auch für die Überstellung in andere Länder, z.B. in die Herkunftsländer der Insassen. Das bedeutet: die Regierung ist auf die Hilfe anderer Länder angewiesen, um eine Überstellung durchzuführen.

Seit Bidens Amtszeit hat es neun dieser Überstellungen gegeben, acht dieser Häftlinge kehrten in ihre Herkunftsländer zurück.

Für die verbliebenen gelte: „Sie werden so lange in Guantanamo bleiben, bis sich andere Länder bereit erklären, sie aufzunehmen und ihnen ein neues Zuhause zu bieten“, zitiert das ZDF Anwalt Wells Dixon, der selbst Gefangenen vertritt. 

Die Regierung Bidens weist die jüngste Kritik in einem Antwortschreiben an die UN zurück: Die Erkenntnisse legten allein die Sichtweise der Sonderermittlerin dar, Washington widerspreche in “wesentlichen Belangen zahlreichen sachlichen und rechtlichen Aussagen” des Berichts.

Man werde aber alles sorgfältig prüfen und ggf. Maßnahmen ergreifen, sollten die Empfehlungen der UN gerechtfertigt sein. Man betonte nochmal, dass man aktuell nach geeigneten Orten für die verbliebenen Insassen suche.

3. Katholische Kirche: Mehr als eine halbe Millionen Mitglieder verloren

„Die katholische Kirche stirbt einen quälenden Tod vor den Augen der gesellschaftlichen Öffentlichkeit.“ Das sagte der Kirchenrechtler Thomas Schüller der DPA Anfang dieser Woche.

Grund für seine Aussage: die neuesten Austrittszahlen der Katholischen Kirche, die die Deutsche Bischofskonferenz diese Woche veröffentlichte. Die sind so hoch wie nie: Mehr als eine halbe Million Menschen sind im vergangenen Jahr aus der Katholischen Kirche ausgetreten.

Das sind nochmal mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021, in dem die Katholische Kirche knapp 360.000 Austritte hinnehmen mußte.

Dass es im vergangenen Jahr zu einer erneuten Austrittswelle kam, überrascht angesichts der zahlreichen Skandale nicht. Denn Anfang 2022 wurde ein Gutachten zum Missbrauch im Erzbistum München Freising vorgestellt. Dies lastete dem inzwischen verstorbenen Papst Benedikt XVI. in vier Fällen Fehlverhalten im Umgang mit der Aufklärung sexuellen Missbrauchs während seiner Zeit als Erzbischof des Bistums München und Freising an.  

Die Gutachter stellten fest, dass der damalige Kardinal Joseph Ratzinger als Münchner Erzbischof Priester, obwohl sie mutmaßlich Kinder missbraucht hatten, trotzdem wieder in der Seelsorge einsetzte. Bis zu seinem Tod im Dezember 2022 wies der Ex-Papst diese Vorwürfe zurück. 

Aber auch Lügen-Vorwürfe gegen den umstrittenen Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, stellte die Katholische Kirche im vergangenen Jahr einmal mehr ins schlechte Licht.  Seit November 2022 laufen gegen Woelki strafrechtliche Ermittlungen, da ihm ein „Meineid“ vorgeworfen wird. Das ist eine Falschaussage, die er unter Eid offiziell abgegeben hat. Du willst mehr darüber erfahren? Dann empfehle ich dir diesen Artikel.

Dazu kommen Rechtsstreitigkeiten um das Schmerzensgeld und Schadenersatz für Betroffene von sexuellem Missbrauch in Traunstein und Köln, die einige dazu bewogen haben dürfte, der Katholischen Kirche ganz den Rücken zu kehren. Aber nicht nur den Katholiken gehen immer mehr Mitglieder verloren. 380.000 Menschen traten 2022 aus der Evangelischen Kirche aus. Ebenfalls mehr als im Jahr zuvor.

Auf der schicken neuen Website ging ein neuer Magazin-Beitrag online!

Eine weinende Mutter an der Supermarktkasse, die ihren Einkauf nicht mehr bezahlen konnte, brachte drei Frauen aus Deutschland dazu, eine Petition für eine Erhöhung des Elterngelds zu starten. Am 3. Juli wird die Petition im Bundestag besprochen. Alles darüber liest du hier.

Auf Instagram gab's wie gewohnt die Mittwoch News. Da ging es um den erschreckenden UN-Drogenbericht (die weltweite Zahl an Drogenkonsumenten hat zugenommen), über die dauerhafte Stationierung von 4.000 Soldaten der Bundeswehr in Deutschland und um den AfD-Triumph bei der Stichwahl um das Landratsamt in Sonneberg, Thüringen.

Außerdem ging es um die FIFA-Prämie für die Frauen bei der Fußball-WM, die in drei Wochen losgeht. Keine Überraschung: Sie ist deutlich niedriger als die der Männer.

Die gute Nachricht kommt hier…

Kanada verbietet Tierversuche für kosmetische Produkte

„Wir sehen nur selten Politik-Wechsel, bei denen alle an Bord sind“, sagte Kanadas Gesundheitsminister Jean-Yves Duclos sichtlich stolz am vergangenen Dienstag, „heute ist einer dieser seltenen Tage und er verdient, gefeiert zu werden.“

Was er als historische Wende feiert, sind die künftig geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Sie werden den Verkauf und den Import kosmetischer Produkte untersagen, die auf Tierversuchen basieren. Außerdem machen sich Unternehmen in Zukunft strafbar, wenn sie fälschlich behaupten, für ihre Produkte würden keine Tierversuche durchgeführt. Kanada tut es mit diesen Gesetzesänderungen etwa 40 anderen Nationen gleich, die Tierversuche ebenfalls verboten haben.

Auch die kanadische Kosmetikbranche begrüßt den Schritt, weist aber darauf hin, dass man bereits „seit Jahren auf Tierversuche verzichte.“ Dies nun auch gesetzlich zu untermauern sei aber symbolisch wichtig, sagte Darren Praznik, Präsident der Cosmetics Alliance Canada den CBC News.

Kanadas Tierschützer sprechen ebenfalls von einem Durchbruch, der an einer Art rundem Tisch gelungen sei. Rebecca Aldworth, Kanada-Direktorin der Humane Society International: „Dies beweist, was erreicht werden kann, wenn der Non-Profit-Sektor, die Industrie, Wissenschaftler, die Regierung, das Parlament und die Öffentlichkeit zusammenkommen, um die Vision von einer besseren Zukunft in die Tat umzusetzen.“

So, liebe News-Crew: Nun lasst uns gut informiert dieses Wochenende einfach mal abschalten… 😉

Herzlichst, Elisabeth